Auf ein Foto mit Joe Bausch

Manche Dinge muss man sofort aufschreiben, sonst ist das Beste wieder vergessen. Also mache ich das mal schnell.

Heute Abend war ich kurz in der Stadt um ein Porträt von Joe Bausch (Schauspieler & ehemaliger Gefängnisarzt) zu machen. Hintergrund war der, dass Joe Bausch sein aktuelles Buch „Gangsterblues“ vorstellt und auch hier in Einbeck einen Termin im Literaturhaus hatte. Man kann sowas dann natürlich auf gut Glück versuchen, aber davon halte ich wenig und glaube auch, dass sowas nicht optimal für die Stimmung ist. Stattdessen habe ich schon vor Wochen den Kontakt gesucht und angefragt, ob es ok ist, wenn wir kurz fotografieren würden. Da gab es dann das Go und heute war es also soweit.

Ich war im Vorfeld tatsächlich etwas nervös, weil man ja auch nie weiß wie der Gegenüber kurz vor seinem Auftritt drauf ist. Da sollte man am besten schonmal einen kleinen Plan haben, denn viel Zeit wird es so oder so nicht geben. Nach etwas Recherche im Netz ist man in der Regel schon ein wenig schlauer und weiß zumindest ein paar Dinge über den Menschen da vor der Kamera. Wenn es sich, wie hier, um einen Schauspieler handelt, ist die Sache natürlich noch etwas besser. In der Regel wissen die Menschen vom Film ja wie sie schauen müssen usw.

Ich hatte vorher kein Bild mit von Joe Bausch mit Zigarette gefunden, und das wo er doch gerne mal eine raucht, wie ich gelesen habe. Also war das mein Plan A. Allerdings war es sehr fragwürdig, ob er denn darauf überhaupt Lust hatte. Darum war Plan B ebenfalls im Kopf: hier würde er einfach etwas gehen, ich gehe vor ihm und fotografiere frontal dabei. Das gibt oft lockere Bilder. Ach so, ich hatte nur die Leica Q dabei, nur 28mm. Da ich mittlerweile zehntausende Fotos damit gemacht habe, weiß ich schon, dass das auch geht, aber sicherlich wäre ein 50 oder 85mm Objektiv wohl eine typischere Wahl. Und somit aber leider auch etwas langweiliger, wie ich finde.

Und wie lief es nun? Das ist schnell zu beantworten: Plan A wurde direkt angenommen und ich habe 24 mal den Auslöser gedrückt an zwei Locations. Und alleine dieser rote Punkt auf der Kamera (ja, das sagen immer alle -> weil es tatsächlich so ist, sorry) hat dazu geführt, dass wir nach dem Fotografieren noch schön 20 Minuten über Leica, die Fotografie allgemein, Film-Auflösungen und Urheberrecht gesprochen haben. Es war so wunderbar und es war so unglaublich locker, wow. Das hatte ich alles so gar nicht erwartet und bin schwer begeistert.

Heute Nachmittag noch dachte ich, dass gerade eigentlich wieder alles etwas viel wird und ich diesen Termin heute Abend ja auch nicht hätte machen müssen. Ein paar Stunden später freue ich mich sehr, dass ich alles genau so mache.

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