Island im Juli, unser Roadtrip 2017

Immer das Selbe, die Fotos von Aufträgen gehen vor und die eigenen Urlaubsbilder werden erstmal beiseite geschoben. So auch im Fall „Island 2017“ bei uns. Leider zog sich die Erstellung eines Fotobuchs dann so dermaßen hin, dass wir mittlerweile 2020 haben und die über 200 Seiten nun tatsächlich im Regal stehen, puh. Darum gibt es auch erst jetzt den Blogartikel dazu. Und bitte schön …

— Artikel wurde bereits 2017 geschrieben —

Nun ist es endlich soweit – wir fahren nach Island! Das Land soll für Fotografen ja ein Muss sein und auch alle anderen berichten nur Positives über ihre Island-Trips. Nun gut, schauen wir doch mal wie es uns so ergeht.

Wie auch bei unseren anderen Reisen, werde ich hier nicht jedes Details aufschreiben – dazu haben wir unser ganz eigenes kleines Reisetagebuch, was sich später auch immer in den Fotobüchern wiederfindet. Das bringt Euch jetzt Nichts, aber ich kann nur raten so etwas anzulegen. Wir haben das jetzt schon bei den Reisen nach Zypern, London, Schottland und Andalusien gemacht und es ist toll diese kleinen Geschichten immer mal wieder lesen zu können. Die Erinnerungen im Kopf verblassen ja dann doch irgendwann.

Island stand also schon länger auf der Liste, besonders nachdem uns Schottland schon so gut gefallen hat. Eigentlich wollten wir übrigens diesen Sommer nach Kuba, aber das passte zeitlich nicht und so wählten wir statt der gut 30, lieber die knapp 15 Grad Variante und planten den Roadtrip zu den Vulkanen und Trollen. Das ist falsch, denn es waren nicht wir, sondern Annette alleine plante eigentlich alles und reservierte unsere Zimmer entlang der Route. Ich habe nur den Flug und Auto gebucht, immerhin. Diese wirklich umfangreiche eigene Planung war dem Angebot geschuldet, welches wir bekamen, als wir noch dachten man könne eine 14 Tage Tour über ein Reisebüro buchen. Da fällt man dann nämlich kurzzeitig um und überlegt dafür nicht doch lieber ein kleines gebrauchtes Auto, zig Kameras oder wer weiß was zu kaufen. Dass es nicht günstig sein wird, war uns klar, aber hier mussten wir einen anderen Weg finden und haben das auch geschafft. Am Ende waren es um die 4.500 Euro für alles zusammen. Großer Dank an meine liebe Frau, das war so super! 🙂

Aber nun zur Reise: Abflug war in Bremen an einem Samstag-Nachmittag. Der Flughafen ist fast genau so winzig wie Paderborn, echt witzig. Dort sind wir übrigens per Zug hingefahren. Das war recht stressfrei, schnell und kostete (hin und zurück) genau soviel wie nur ein Parkplatz für 14 Tage.

Das isländische Regenwetter bekamen wir direkt nach Ankunft in der Nacht zu spüren. Sehr ungemütlich und kalt. Vorteil: es ist Juli und somit nie dunkel, so fällt die Orientierung leicht. Das Auto (Peugeot 308 Kombi) hatten wir vorher gebucht mit allen Absicherungen inklusive, so das uns bei irgendwelchen Schäden nichts passieren kann – in Island wohl von Vorteil bei den Straßen teilweise. Der Wagen war fast neu und hatte Automatik sowie ein ziemlich großes gekühltes Handschuhfach – super, das war echt unser kleiner Kühlschrank. Ja, ein dicker Geländewagen wäre viel cooler gewesen – fand ich auch, aber der wäre auch noch um einiges teurer gewesen. Ursprünglich waren auch zwei Nächte im Auto eingeplant, weil wir an den Orten keine Unterkunft fanden. Das änderte sich aber unterwegs noch und wir buchten es vom Handy aus. Zum Glück, denn es kann echt kalt werden und wir hatten ja nicht extra Decken etc. im Gepäck. Überhaupt zeigte sich, dass man auch spontan noch gut etwas buchen kann – dann sogar zu einem viel günstigeren Preis. Nur mal so zur Info, ob das immer geht, wissen wir natürlich nicht. Bei den Unterkünften kann man immer von ca. 100 Euro pro Nacht ausgehen (meist ohne Frühstück).

Gut zu wissen: seit Juni 2017 sind ja in der EU (Island zählt da irgendwie mit dazu) die Roaming-Gebühren abgeschafft und somit hat man am Handy keinen Unterschied zu Deutschland. Ist jetzt nicht lebenswichtig, aber praktisch.

Und wenn man eins auf jeden Fall bedenken sollte: Island ist einfach schweineteuer. Ich hörte im Vorfeld natürlich davon, doch wenn da auf einmal in einem Bistro zwei Pizzen auf dem Teller liegen und Du 60 Euro ärmer bist, finde ich das schon extrem. Das betrifft so ziemlich alles und man muss halt damit leben. Die meiste Zeit haben wir eben im Supermarkt eingekauft und selbst gekocht oder eben Brote belegt. Da freut man sich auf den Welcome-Back-Döner doch auch gleich viel mehr 😉

Genug gejammert, die wunderschöne Landschaft hat natürlich überwogen. Wir haben sehr viel gesehen und sind die Route 1 (mit reichlich Abstechern) einmal Rundrum gefahren. Einige Blogs schreiben, dass man es in einer Woche und so 1.300 km schafft. Ok, wir nicht, denn hier standen am Ende zwei Wochen und 3.300 km auf der Uhr – die schönen Abstecher eben.

Wir sind entgegen der üblichen Strecke gefahren, also gegen den Uhrzeigersinn, was wir ganz gut fanden. Gerade am Anfang hat man an den Hotspots natürlich sehr viele Touristen (Merke: ich will niemals ein bunt-gekleideter Mensch in einem anderen Land sein) um sich herum, aber das gibt sich mit der weiteren Entfernung zu den größeren Städten. Im Allgemeinen haben wir uns sehr gewundert, dass so viele deutsch gesprochen haben – die Reisenden aus Deutschland natürlich, aber eben auch viel Personal in unseren Unterkünften. Das war manchmal echt hilfreich.

Nordlichter oder überhaupt Nacht werden wir nicht erleben, das war bekannt und man gewöhnt sich an die hellen 24 Stunden recht schnell. Fotografisch wär das grüne Schauspiel am Himmel sicher fein gewesen, aber man kann nicht alles haben. Dafür hatten wir in der ersten Woche nur super Wetter am Tag, teilweise richtig warm. Das hatten wir nicht erwartet. In der zweiten Reisewoche war es dann auch zweimal sehr regnerisch – Island eben.

Achtung, Technik-Part: wer uns kennt, der weiß, dass wir bei so einer Reise auch die ein oder andere Kamera dabei haben werden. Richtig. Folgende Geräte lagen im Rucksack …

  • Leica Q -> zu 95% hab ich sie für Fotos genutzt und auch gefilmt habe ich damit einiges. Ich mag einfach den Weitwinkel und die Kompaktheit. Außerdem kann man sehr viel besser auf der Straße fotografieren. Komm da mal mit einer dicken 5D an 😉
  • Canon EOS 5D3 mit 24-70 mm, Graufilter und Reisestativ -> diese Kombi kam eigentlich nur für Videos und Langzeitbelichtungen mit ins Gepäck. Fazit: ja, ein paar Videos wurden damit gemacht, aber nicht wirklich viele und diese langen Belichtungen von Wasserfällen reizen mich irgendwie gar nicht so sehr – das macht dort eh jeder. Also hart gesagt, die war überflüssig.
  • Canon EOS 100D mit 24 bzw. 100 mm -> diese kleine Knippse hat Annette für private Zwecke oft dabei und so kam sie auch mit nach Island. Kein Vollformat, aber eben handlich, leicht und mit dem 100 mm 2.0 dann auch für Tiere usw. praktisch. Ihr gefiel es so auf jeden Fall.
  • Canon Legria Mini X -> voll unterschätzt und von Canon auch nicht weiter produziert. Der „Rasierapparat“ unter den Kameras. Mit diesem Weitwinkel-Gerät samt echt guten Mikrofonen hat Annette täglich gefilmt, das ist unser Vlog-Material. Ich hatte die letztes Jahr auch in Kalifornien (Vlog) dabei übrigens. Die ist so schön klein und hält lange durch, mögen wir total!
  • GoPro 3+ mit Drehteller und Magnet -> ich war eigentlich von diesen GoPros weg, aber in den letzten Tagen gefielen sie mir doch wieder irgendwie. Die 3er hier hatte ich ausgeliehen und habe damit schon einiges gefilmt. Zusammen mit dem Drehteller hab ich ein paar Zeitraffer gemacht. Und auf dem Magnet haben wir sie nur einmal für Szenen vom Autodach benutzt. Ist halt Spielerei, aber bringt neue Perspektiven.
  • GoPro 5 mit Gimbal -> dieses Wunderteilchen habe ich ebenfalls ausgeliehen (danke Maxi!) und muss sagen: richtig cool! Am Anfang war ich skeptisch und diese ganze Sache mit dem Gimbal war mir fremd. Nach kurzer Zeit fand ich es aber gut und setzte es hier und da ein. Das ganze System ist schon gut durchdacht und die Motoren echt stark (bei Gegenwind aus dem Autofenster usw.). Denke sowas kommt uns doch mal wieder ins Haus.
  • Panono 360 Grad Kamera -> wie der ein oder andere weiß, war die Firma hinter dieser Kugelkamera leider pleite. Das ist natürlich sehr schade, aber ich habe immerhin überhaupt ein Modell damals bekommen, andere haben gezahlt, aber nie etwas erhalten – die Sache mit dem Crowdfunding. Dennoch wird der Online-Service bestehen bleiben um die Bilder zu verrechnen usw. Das nur nebenbei, also für uns jetzt nicht so wild. Das Unternehmen wurde mittlerweile übernommen und wird weitergeführt. Allerdings haben wir das kleine Teil dann doch nur zweimal genutzt. Irgendwann ist eben das Limit erreicht an Kameras, die man nutzen will, kann, soll. Da hatte die Panono leider den Kürzeren gezogen, zumindest hier in Island.

Wie ihr schon gemerkt habt, wurden nicht nur Fotos geschossen, sondern auch gefilmt. Das Thema beschäftigt uns in diesem Jahr tatsächlich oft und so war es sinnvoll auch von Island etwas Material zu haben. Wann wir das bearbeiten und was am Ende davon gezeigt wird, we will see. Auf jeden Fall hat es einen nicht dümmer gemacht. Sobald es Ergebnisse gibt werden wir es natürlich verbreiten.

Puh, was war denn noch bemerkenswert? Also ein wasserfestes Handy ist ebenfalls praktisch. Da stört Dich dann auch nicht, dass Du gerade klitschnass hinter einem Wasserfall stehst oder in einen Hot-Tube irgendwo im nirgendwo liegst. Eine ganz persönliche Sache muss ich hier einfach noch festhalten – ich habe ein ganzes Buch (400 Seiten) in gut 10 Tagen gelesen – das ist mein größter Erfolg hier 😉 Für andere sicher Nichts, für mich ziemlich ungewöhnlich – danke an Duff von Guns N‘ Roses!

So, und was wir alles so gesehen haben, seht ihr natürlich in der Fotostrecke hier. Nehmt Euch Zeit und wenn ihr Fragen habt, wir sind zwar keine Island-Eperten, aber kennen jetzt ein Bisschen was.

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