Kopf aus, Herz an – Leica M-E 240

Puh, das war eine aufregende Woche! Und das, obwohl eigentlich gar nicht viel passiert ist. Die Aufregung fand eher innerlich statt und gipfelte heute darin, dass hier jemand sehr sehr glücklich ist, wenn er ein dickes Stück Kamera in der Hand hält. Ja, neben der Q ist jetzt auch eine echte M hier eingezogen.

Ich bin dieses Thema schon dreimal angegangen in den letzten Jahren und jedes Fall gewann der Kopf und die feste Meinung „nein, eigentlich ist es Quatsch und bringt mir nichts“. So guckte ich zwar immer wieder mal rum, aber entschloss das Thema M ruhen zu lassen. Bis jetzt.

Seit Montag war es doch wieder Thema bei mir und ich begann nochmal kreuz und quer in das Thema einzutauchen. Dieses Mal komischerweise auch fest entschlossen, dass hier am Ende auch irgendwas passieren muss. Warum weiß ich nicht genau, es sollte einfach so sein. Zig Beschreibungen der verschiedenen Modelle gecheckt, Gebrauchtmarkt, Händler, eine M 240, eine M-P, doch eine M10? Alles teuer, wenn gebraucht, dann gerne vom Händler. Da wird man schon ganz irre irgendwann. Alle Tabs wieder zu und nochmal überlegen.

Doch kurz vor dem finalen Blackout las ich etwas von einer M-E 240. Dieses Modell wurde erst 2019 aufgelegt und ist im Prinzip eine M-P 240 nur mit anderem (grauen) Gehäuse (und rotem Logo). Sie galt als Einstieg in die M-Welt. Ok, wie praktisch, das wäre doch was. Haken: leider ist die limitiert gewesen und somit nicht mehr zu bekommen. Doch bei solchen Dingen kann ich dann hartnäckig werden – Händler anschreiben und nachfragen. Nein, tut uns leid. Nein, überall ausverkauft. Ja, hier ist noch eine! Toll! Die geben wir gerne mit 500 EUR Aufpreis ab. Och, oh, das muss jetzt nicht sein.

Zu dem Zeitpunkt fand ich durch Zufall eine weitere M-E, ebenfalls bei einem Händler. Jetzt aber schnell: Preisvorschlag gesendet, angerufen, Rückruf – Herzlichen Glückwunsch zu dieser schönen Kamera! Bääm, zack, fertig. Wow. Dank und Gruß an Photo Porst aus Kleve! Das war Dienstag Mittag.

Nun galt es noch ein Objektiv zu suchen, denn nichts ist schlimmer als eine Kamera zu bekommen, die man nicht gleich nutzen kann. Das Thema ist in der Welt der Ms noch verwirrender. Preise jenseits von gut und böse, mehrere Hersteller, zig Modelle, die sich so ähnlich sind. Oh oh. Hier wurde dann doch mal kurz wieder der Kopf benutzt und sich für ein 50mm entschieden. Denn zu den 28mm der Q passt das dann ja ganz gut. Von Voigtländer ist es ein Nokton 50mm 1.2 geworden. Wie sollte es anders sein, auch das war Zufall beim anderen Händler – Vorführgerät und somit eine Ecke günstiger. Danke.

Direkt noch ein paar Displayschutzfolien bestellt (vergisst man ja oft und nach ein paar Tagen ist das Aufkleben schon nicht mehr so easy wie direkt zu Beginn). Und dann wurde doch wirklich alles Mittwoch verschickt und heute am Donnerstag ist alles angekommen. So muss das laufen 🙂

Ein kleines Unboxing-Video gibt es auch. Was soll ich sagen? Ich hatte damals bei der Ripkedemy bereits so eine Kamera in der Hand, aber empfand sie immer als viel zu schwer und groß. Damals war ich wohl nicht bereit dafür. Jetzt, nach ein paar Jahren mit der Leica Q, finde ich den Unterschied gar nicht schlimm. Bedienung ist auch soweit ok und an sich ist das halt ein Panzer. Fehlt der Hammer mal zu Hause, nimm die M. Das Objektiv läuft butterweich und man merkt, dass man hier einfach Qualität in Händen hält.

Leider konnte der Spaß nicht direkt starten. Akku leer. Och, man ey! Warten, gucken, warten, nochmal versuchen, vielleicht reicht es ja schon, „Charge your battery“, ja, schon gut. Warten. Nach einer guten Stunde waren es immerhin so 50% und es ging los! Das erste Foto sollte unserer Tochter Hedi vorbehalten sein. Warten. Sie muss schließlich erst aus dem Mittagsschlaf erwachen 😉

Das erste Foto hänge ich einfach mal mit an. So ist das eben mit der M. Voll daneben, schade. Dafür war das zweite dann schon auf den Punkt. Und dieses Auslösegeräusch – so schön. Insgesamt ist das dennoch keine moderne Kamera, es dauert bis man Fotos vergrößern kann, und es gibt eben keinen Autofokus, der einem Arbeit abnimmt. Man stellt per Messsucher (daher kommt auch das „M“) zwei Rechtecke übereinander und hat dort dann den Schärfepunkt. Kann ich nicht besser erklären, lässt sich aber gut googlen, wer möchte. Und dennoch ist es einfach schön damit zu fotografieren. Die Ergebnisse sehen auf dem Display ok aus, am großen Monitor merkt man dann aber erst richtig was die Kamera da so produziert. Ich mag sie und die ersten Resultate sind durchaus fein.

Man sagt den Leicas ja immer einen speziellen Look nach. Darüber streitet sich in der Fotoszene alles und jeder im Netz. Fest steht, dass den Look natürlich nicht nur die Kamera sondern auch das Objektiv ausmacht. Das ist bei den Leica Linsen am stärksten, doch auch die Voigtländer Objektive kommen da schon sehr nah ran (für einen günstigeren Preis wohlgemerkt). Ich finde man sieht es den Bildern wirklich an und sie wirken nicht so klinisch und makellos wie aus anderen (modernen) Kameras. Wäre auch blöd, wenn mir das jetzt nicht gefallen würde, ist auch klar 😉

So, das war es erst mal zu dem Thema. Hier also nun einige Fotos der ersten Stunden mit der M-E 240. Selbst mein Selfie (es mussten genau 70cm zwischen Linse und Auge sein) hat direkt beim ersten Mal geklappt, verrückt.

Bin sehr gespannt was wir mit ihr noch alles fotografieren werden. Und falls es gut wird, zeigen wir es hier sogar …

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