Corona, Homeoffice, was tut der Fotograf?

Wow, damit hat wohl niemand gerechnet, wir werden alle lahmgelegt. Vor zwei Wochen noch – höher, schneller, weiter – und nun? Shutdown. Krass. Man hat noch gewitzelt und die Lage heruntergespielt, ein paar Tage später war der Spaß vorbei. So langsam realisiert man es tatsächlich. Bis vor Kurzem fühlten wir uns teilweise noch wie in einem Film. Das ist vorbei. Die Stimmung beim Einkaufen ist oft komisch. Lächeln ist übrigens trotzdem noch erlaubt. Das sollten sich einige doch mal zu Herzen nehmen.

Puh, das haben wir uns wohl alle komplett anders vorgestellt. Für uns sollte es das erfolgreichste Jahr werden – und danach sah der Start in 2020 auch wirklich aus. Das sieht nun natürlich anders aus, aber wir sind hier bei Weitem nicht diejenigen, denen es am schlechtesten geht. Darum denkt bitte auch daran vielleicht denen etwas zu spenden (Zeit, Geld, Lebensmittel), die es wirklich gebrauchen können, wenn es für Euch machbar ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, ob in der eigenen Stadt oder virtuell über diverse Plattformen.

Ich bin ehrlich: unser Pensum in den letzten Jahren war schon hoch – das hatte ich ja bereits im Jahresrückblick erwähnt. Und es deutete sich im Kalender auch aktuell nicht an, dass sich das ändert. Einerseits froh, andererseits auch etwas gestresst, hatte man die nächste Zeit im Blick. Als nun die Lage immer brisanter wurde und die Beschränkungen angeordnet wurden, war ich tatsächlich auch etwas erleichtert, dass ein paar (leider nun viele) Termine erstmal gecancelt wurden. Das klingt verrückt, ich weiß, aber es standen schon Herausforderungen an, vor denen ich Respekt hatte. Es fühlte sich von der einen auf die andere Sekunde ok an. Kurze Pause. Ich hatte seit Monaten Magendrücken und das war direkt von jetzt auf gleich weg. Kein Witz!

Dass die Lage insgesamt natürlich absoluter Horror ist, weiß ich selbst. Und ich bin in den ersten Tagen nur von Corona-Ticker und Ticker gesprungen, habe alle News konsumiert. Das lässt zum Glück langsam nach, was auch dazu beiträgt, dass es einem selbst besser geht. Kein spontanes Kratzen mehr im Hals – das bekam man scheinbar zwangsläufig bei den ganzen negativen Nachrichten. Zumindest habe ich das nun schon öfter gehört. Man macht sich eben selbst verrückt.

Ich bin ziemlich froh, dass der Part der Fotografie weiterhin nicht unser alleiniges Einkommen darstellt. Auch wenn ich ganz oft überlegt habe hier mal etwas dran zu ändern. Die derzeitige Lage lehrt uns, dass wir gerade happy sein können. Somit bin ich hier im Homeoffice und kann glücklicherweise fast alles genau so regeln als sei ich im Büro. Schöne moderne Technik.

Auch wenn nun der Kalender immer leerer wurde für März/April, so kann ich doch sagen, dass nicht alles verloren ist (bis jetzt). Die Firmen-Termine können größtenteils nachgeholt werden. Zudem war in den ersten zweieinhalb Monaten schon einiges zu tun, so dass wir nicht ganz mittellos dastehen. Außerdem betreue ich ja auch noch ein paar Firmen auf der SocialMedia Seite und hier ist natürlich auch jetzt immer etwas zu tun. Überhaupt generieren gerade alle Menschen Ideen, starten aus dem Nichts auf Instagram und Facebook und verlagern viel auf Online-Plattformen. So blöd es alles ist, das fördert scheinbar doch die Kreativität. Man muss auch die positiven Seiten sehen. Ein Bereich, der bei uns aktuell noch etwas im Nebel liegt, sind die Hochzeiten. Eine war schon im Februar, die nächsten warten im Mai. Hier ist aktuell aber noch nichts verschoben, mal sehen wie das weitergeht. Bis dahin kann man noch ein paar Fotos sortieren, Beiträge für Blog, Insta und Facebook planen, Fotobücher erstellen und Steuerkram abheften. Ach so, und noch ein paar Sachen verkaufen, es sammelt sich ja doch immer einiges an.

Heute, nach zwei Wochen im Ausnahmezustand, ist unsere Lage recht ok. Man geht spazieren und räumt hier und da auf. Und wenn einem doch mal nach Gesellschaft ist, wird Skype angeschmissen und mit den Eltern die wenigen Neuigkeiten geteilt. Ein Chatroom weiter hat sich die Sknype, eine Kneipe 2.0 quasi, gegründet. Wir können alle sehr froh sein, dass die Internetversorgung bei uns doch besser ist, als von vielen bemängelt. Stellt Euch vor ihr hättet jetzt nicht gutes WLAN für Netflix, Skype und all die anderen Plattformen. Ihr müsstet womöglich ein Buch aus dem Schrank holen 😉

Jetzt schaue ich kurz in den Ticker und dann hoffen wir einfach das Beste. Bis demnächst & bleibt gesund!

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